Was ist Pflegeberatung?

Ein Überblick für Pflegeberatung nach §7a SGB XI und §37.3 SGB XI

Überblick

Was ist Pflegeberatung nach §7a SGB XI? ​

Pflegeberatung bedeutet nicht nur der gesetzliche Anspruch nach §7a SGB XI, sondern orientiert sich an den individuellen Bedürfnissen, Ressourcen sowie Möglichkeiten des Betroffenen und seinen sorgenden und pflegenden Angehörigen. Die Beratung ist so viel mehr als nur Information über Leistungen der Pflegeversicherung. Jeder Pflegebedürftige mit einem Pflegegrad 1-5 und seine sorgenden pflegenden Angehörigen haben einen Anspruch auf eine §7a-Pflegeberatung.

Der Pflegeberater (w/m/d) ist der persönliche Ansprechpartner für die Pflegebedürftigen und Pflegenden. In persönlichen Gesprächen im Hausbesuch, in Beratungsstellen, Pflegestützpunkten, in Telefonaten oder per Videocall werden die Probleme und die Ressourcen erfasst, gemeinsam Ziele formuliert und ein Maßnahmenplan mit den jeweils Verantwortlichen erstellt. Diese Vereinbarungen werden in einem Versorgungsplan dokumentiert und später evaluiert. Der Pflegeberater fungiert als Bindeglied zwischen Allen an der Versorgung Beteiligten und koordiniert die Hilfeleistungen.

Weitere Informationen und rechtliche Grundlagen finden Sie unter folgendem Link: GKV Spitzenverband

Wie findet man seinen persönlichen Pflegeberater:in für eine umfassende Pflegeberatung nach §7a SGB XI?

In dem Bewilligungsschreiben der Pflegeversicherung über den Pflegegrad sollte eine Kontaktnummer für eine Pflegeberatung nach §7a SGB XI mitgeteilt worden sein. Sollte dieses Schreiben nicht mehr vorliegen, einfach die zuständige Pflegeversicherung kontaktieren. Einige Pflegeversicherungen haben Ihre Pflege-Beratungsangebote und Kontakte auf Ihrer Homepage. (Kleiner Tipp fürs Telefonat: Etwas Geduld für eine Warteschleife mitbringen und auf eine Kontaktnummer oder Kontaktperson bestehen.)

Weitere Pflegeberatungsangebote findet man über die einzelnen Pflegestützpunkte der Kommunen oder Städte. Einfach in eine Suchmaschine Pflegestützpunkte in…… (ihr Bundesland oder Ihre Stadt) eingeben, in der Regel wird man dann fündig. Ein weiterer Weg ist es in der Verwaltung der Stadt/ Kommune direkt anzurufen. Häufig gibt es auch kommunale Anlaufstellen für Pflegebedürftige oder Senioren.

Wer darf eine Beratung anbieten?

Neben den offiziellen Stellen und Pflegeversicherungen gibt es auch einige qualifizierte freiberuflich tätige Pflegeberater, die für die Pflegeberatung nach §7a SGB XI zugelassen sind und mit der Pflegeversicherung abrechnen dürfen, wenn sie einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen haben.

Für die privat Krankenversicherten steht die Pflegeberatung von Compass zur Verfügung.

Was kostet eine Pflegeberatung?

Pflegeberatung nach §7a SGB XI ist immer kostenfrei. Vor der Inanspruchnahme gilt: Klären Sie die Kostenübernahme mit der zuständigen Pflegeversicherung, sofern die Beratung nicht von der Pflegeversicherung veranlasst wurde.

Beratungsbesuche

Was ist eine Pflegeberatung nach §37.3 SGB XI?

Die sogenannten §37.3 SGB XI Beratungsbesuche finden je nach Pflegegrad Halb- oder Vierteljährlich statt, wenn Sie eine Pflegegeldleistung beziehen. Diese Beratungsbesuche sind zwar einerseits vorgeschrieben, um die Ansprüche aus der Pflegeversicherung zu erhalten. Andererseits bieten Sie den Betroffenen eine regelmäßige Möglichkeit auf Pflegeberatung in ihrer Häuslichen Versorgung. Der Pflegeberater nach §37.3 SGB XI erläutert beispielsweise Entlastungsmöglichkeiten für die sorgenden und pflegenden Angehörigen, zeigt Möglichkeiten der Hilfsmittelversorgung oder Wohnraumanpassung auf. Gleichzeitig informiert der Pflegeberater die zuständige Pflegekasse, ob die Häusliche Versorgung sichergestellt ist und spricht Empfehlungen für weiterführende Beratung  nach §7a SGB XI oder Schulungen/ Anleitungen nach §45 SGB XI aus.

Dadurch, dass die §37.3 SGB XI Beratungsbesuche regelmäßig stattfinden hat der Betroffene und seine sorgenden pflegenden Angehörigen, wenn sie es denn wünschen, einen festen Ansprechpartner.

Bei PG 2 und 3 finden diese Beratungsbesuche halbjährlich statt, bei PG 4 und 5 vierteljährlich.

Wichtig: Bei Nicht-Wahrnehmen der §37.3 SGB XI Beratungsbesuche kann die Pflegeversicherung die Leistungen kürzen oder komplett einstellen.

Wer führt eine Beratung nach §37.3 SGB XI durch und wo findet man entsprechende Angebote?

Die meisten zugelassenen Pflegedienste führen diese vorgeschriebenen §37.3 SGB XI Pflegeberatungen in der Regel durch. Des weiteren gibt es noch von den Pflegekassen nach Absatz 7 anerkannte Beratungsstellen oder beauftragte Pflegefachkräfte oder entsprechend zugelassene qualifizierte freiberufliche Pflegeberater:innen.

Am einfachsten findet man Pflegedienste oder zugelassene Beratungsstellen über verschiedene Suchportale beispielsweise der Pflegeversicherungen oder man fragt bei den regionalen Pflegestützpunkten an.

(https://www.pflege-navigator.de/ , https://www.pflegelotse.de/ )

AKADEMIE

Fortbildungen im Bereich Pflegeberatung